UVIS – macht die Welt mit Technologie ein bisschen sauberer

Bildrechte: UVIS/Uwe Geisler

Hallo Katharina, hallo Tanja, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für ein Interview mit uns nehmt! Bitte stellt doch Euer Team bei UVIS kurz vor:

Hallo, wir sind Katharina Obladen und Tanja Zirnstein und haben gemeinsam vor fast fünf Jahren unser Startup UVIS UV-Innovative Solutions GmbH gegründet.

Foto: Udo Geisler

Vielleicht möchtet Ihr uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Das machen wir gerne. UVIS steht für UV-Innovative Solutions, denn mit UVC-Licht hat alles angefangen. Was kann man hier denn erfinden, fragt ihr euch? Na ja, zum Beispiel ein Desinfektionsmodul für Rolltreppen, das mit UVC-Licht die Handläufe keimfrei macht, und zwar dauerhaft, nicht nur für ein paar Sekunden oder Minuten. Wir alle kennen das, man mag sich auf der Rolltreppe nicht festhalten – und das mit recht, denn auf den Handläufen tummeln sich tatsächlich sehr, sehr viele, gesundheitsschädliche Keime. Inzwischen kann man unseren Tätigkeitbereich aber weiter fassen. Das übergreifende Thema Hygiene bestimmt inzwischen unseren Arbeitsalltag. Wir haben unser Portfolio Anfang letzten Jahres um die antimikrobielle Oberflächenbeschichtung TiTANO erweitert, bieten Bürohygiene-Workshops an und beraten Unternehmen, die eigene, UVC-basierte Produkte entwickeln möchten.

Welches Problem wollt Ihr mit UVIS lösen ?

Wir von UVIS haben es uns zum Ziel gemacht, die Hygiene im öffentlichen Raum zu steigern. Mit Hilfe von Desinfektionstechnologien sorgen wir für eine sichere und keimfreie Wohlfühlumgebung.

Wie ist die Idee zu UVIS entstanden ?

Die erste Produktidee hatten wir bereits 2010 als Schülerinnen in der 11. Klasse an der Liebfrauenschule in Köln. Damals grassierte die Schweinegrippe in Deutschland und die Themen öffentliche Sauberkeit und Hygiene standen im Fokus. Im Rahmen des Schülerwettbewerbs „business@school“ der Boston Consulting Group reifte die Idee, die Risiken einer Infektion an öffentlichen Orten zu minimieren. So entwickelten wir das UVC-Desinfektionsmodul ESCALITE, welches die Handläufe von Rolltreppen desinfiziert. Diese erste Idee führte zu einem patentierten Produkt und legte somit den Grundstein für die spätere Firmengründung.

Wie würdest Du Deiner Großmutter UVIS erklären ?

Liebe Omi, wir machen die Welt mit Technologie ein bisschen sauberer, so dass man sich nicht mehr so leicht mit schlimmen Krankheiten, wie Corona, anstecken kann.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Nein, eigentlich nicht, auch wenn neue Produkte und Servicebereiche dazugekommen sind. Schon von Anfang an, war es unser Hauptanliegen unsere Umgebung keimfreier zu machen und die Menschen in unserem Umfeld dadurch vor einer Ansteckung mit möglichen Krankheiten zu schützen. Dabei war es nie das Ziel einen Reinraum zu schaffen, sondern Keimhotspots, die für Ansteckung sorgen zu eliminieren.

Wie genau hat sich UVIS seit der Gründung entwickelt ?

Gestartet sind wir von fast fünf Jahren mit dem von uns entwickelten UVC-Desinfektionsmodul für Rolltreppenhandläufe ESCALITE. Doch unter dem Dach „Hygiene“ haben wir stets die Augen und Ohren offen gehalten für neue, innovative Produkte, die zu unserer Grundidee passen könnten. So kam die Oberflächenbeschichtung TiTANO Anfang 2020 dazu. Im Laufe der Jahre haben wir uns aber auch im Bereich UVC-Technologie und Hygiene so viel Wissen angeeignet, das wir dieses nun in Form von Workshops teilen und Firmen beraten, die ihre eigenen UVC-Produkte auf den Weg bringen möchten.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Nur mit guten Partnern ist man erfolgreich. In unserem Fall sind das weltweite Player aus der Fahrtreppen- und Aufzugsbranche, wie z.B. thyssenkrupp und KONE. Gemeinsam mit ihnen haben wir im Laufe der Jahre mehrere Hundert Rolltreppen auf der ganzen Welt sicher vor Keimen gemacht. Da ESCALITE im nicht sichtbaren Bereich der Rolltreppen verbaut wird, sind die Fahrtreppenhersteller unsere Kunden. Sie verkaufen ESCALITE an die Endkunden, die Fahrtreppenbetreiber, und übernehmen den Einbau vor Ort. Bei TiTANO sprechen wir die tatsächlichen Endkunden an. Das können Betreiber von großen Bürogebäuden und Shoppingcentern sein, aber auch der Zahnarzt, die Bar um die Ecke, oder die Kita der eigenen Kinder.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

2020 war für viele Unternehmen, egal welcher Größe, nicht einfach und 2021 fängt genauso an. Aber es gab auch Unternehmen, die durch die Situation einen Aufschwung erfahren haben. Dazu gehörten glücklicherweise auch wir. Bereits Ende des ersten Quartals hatten wir unsere Umsatzprognose für 2020 erreicht. Das hat aber auch personelle Herausforderungen mit sich gebracht, denn die gestiegene Nachfrage musste ja auch abgearbeitet werden. So konnten wir den Mitarbeiterstamm auf sieben Personen erhöhen und aktuell suchen wir noch eine/n neue/n Kolleg*in für den Vertrieb.

Blickt bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Die Auswahl passender Lieferanten hat uns anfangs ganz schön ins Stolpern gebracht. Es war eine herausfordernde Aufgabe die richtigen Partner zu finden, auf die wir uns verlassen können und mit denen wir gemeinsam die gewünschte Produktqualität erzielen.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Es findet sich immer eine Lösung und aus Fehlern kann man lernen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Indem wir an unserer Idee festgehalten haben. Obwohl wir beide zunächst andere Wege eingeschlagen haben – Tanja ein Jurastudium, Katharina BWL & Kunstgeschichte – hat uns unser „Baby“ nicht losgelassen. Parallel zum Studium, haben wir an verschiedenen Wettbewerben teilgenommen und letztendlich sehr erfolgreich unsere eigene Firma gegründet, in der wir seitdem auch in Vollzeit tätig sind.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die NRW.Bank hat in 2016 ein neues Programm ins Leben gerufen, den NRW.SeedCap. Wir waren damals tatsächlich die ersten Fördernehmer des neu aufgelegten Förderprogramms. Die NRW.Bank hat uns damit, gemeinsam mit einem erfahrenen Business Angel, die erste Finanzierung zur Verfügung gestellt. Ein Vorteil des SeedCaps war die schnelle Verfügbarkeit des Kapitals, dass wir in die Weiterentwicklung von ESCALITE, den Aufbau von UVIS und in den Marktzugang investieren konnten.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Unsere Produkte, auch abseits von Corona, weiterhin erfolgreich im Markt platzieren. Denn auch, wenn Corona im Laufe des Jahres an Relevanz verlieren sollte, hat sich das Hygienebewusstsein aller durch die Pandemie stark verändert. Das muss sich erst in den Köpfen aller verankern. Nach Corona ist nichts mehr, wie vorher. Ohne nachhaltige Hygienekonzepte werden Unternehmen langfristig nicht erfolgreich sein.

Vielen Dank für das Interview.

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