gridscale – macht komplexe Technologie für dich einfach verfügbar

Hallo Henrik, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei gridscale kurz vor

Sehr gerne. gridscale habe ich 2014 zusammen mit Michael Balser und Torsten Urbas gegründet. Wir alle hatten schon damals einen starken Hintergrund im Cloud- und Hosting-Geschäft und arbeiteten bereits erfolgreich viele Jahre in diversen Cloud- und Hosting Technologieunternehmen zusammen. Jeder für sich hat aber festgestellt, dass es noch viel Verbesserungspotenzial gibt und die Branche in Deutschland nicht innovativ genug ist. Das wollten wir mit gridscale ändern. Heute sind wir ein schnell wachsendes Team aus Experten, die alles daran setzen, Mittelständlern, Agenturen oder Systemhäusern einfache, schnelle, kundenfreundliche und zuverlässige PaaS- und IaaS-Dienstleistungen zu bieten. Ich selbst verantworte als CEO die Strategie und Ausrichtung von gridscale.

Möchtest Du uns ganz zu Beginn einmal Euer Startup gridscale vorstellen ?

Wir sind ein europäischer IaaS- und PaaS-Anbieter, der mit Hilfe modernster Technologien Cloud Services und deren Nutzung verändert. Wir helfen unseren Kunden dabei, die Komplexität von IT-Infrastrukturen und -Services über eine einfach und intuitiv zu bedienende Oberfläche zu verstehen und zu verwalten – und das bei voller Kostentransparenz. www.gridscale.io

Wie ist die Idee zu gridscale entstanden ?

Die Idee entstand daraus, dass wir Gründer unabhängig voneinander eine ähnliche Beurteilung des Cloud-Marktes hatten. Wir haben gesehen, wie viele Hoster sich mit dem Status quo zufrieden gegeben und sich die neuen technologischen Möglichkeiten nicht zu nutze gemacht haben. Stattdessen haben die amerikanischen Hyperscaler den Markt mit sehr innovativen, aber auch gleichzeitig komplexen Technologien bedient. Es herrschte also ein Mangel an flexiblen, innovativen und gleichzeitig verständlichen Angeboten, die die Nutzer nicht durch ihre Starrheit oder Komplexität überwältigt haben. Gerade für Agenturen oder Systemhäuser z.B. war es extrem schwer, mit ihren eigenen begrenzten IT-Ressourcen (Personal und Know-how) hier Fuß zu fassen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter gridscale erklären ?

Das ganze ist zugegebenermaßen komplex und es gibt natürlich eine Reihe an Anwendungsfeldern. Aber stelle dir vor, du kaufst in einem Online Shop ein Buch für die nächste Reise. Wenn die Webseite, auf der du das tust, jederzeit erreichbar ist, du nie warten musst, dass die Seite lädt und du so zufrieden bist, dass du nie auf den Gedanken kommst, einen anderen Webshop zu benutzen, dann steckt gridscale dahinter.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Die Grundidee ist dieselbe und hat sich quasi nicht geändert. Wir sind auch bislang unserer Strategie treu geblieben haben in der Zwischenzeit aber eine fantastische Unternehmenskultur mit tollen Kollegen aufgebaut. Gerade in schnell wachsenden Unternehmen kann das eine große Herausforderung sein.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir verdienen unser Geld eigentlich genauso wie andere Cloud-Anbieter. Soweit ist das kein Hexenwerk. Dennoch unterscheiden wir uns in der Flexibilität unserer Abrechnung. Bei uns zahlen Kunden am Ende nur für das, was sie am Ende auch nutzen – abgerechnet wird das dann minutengenau. Das Zustandekommen der Kosten ist zu jeder Zeit transparent und nachvollziehbar.  Cloud Computing ist dann aus Kundensicht quasi wie IT aus der Steckdose. Nur das unsere Kunden über ihre Daten-Steckdose keinen Strom, sondern IT-Leistungen beziehen. Und zwar wann immer sie wollen und soviel sie wollen.

Wie genau hat sich gridscale seit der Gründung entwickelt ?

Unser Team von ursprünglich drei Gründern in einer Garage hat sich inzwischen auf ein größeres, europäisches Team von beinahe 100 Personen ausgeweitet. Die Anzahl der Kunden und die Größe der Projekte wächst stetig an. Eine genaue Zahl zu nennen ist immer etwas schwierig, da wir sowohl mit Mitarbeitern als auch mit Projekten und Kunden so dynamisch wachsen, dass wir selten tagesgenaue Zahlen kennen. Was nach einiger Zeit dazugekommen ist die gridscale Whitelabel-Lösung. Das heißt, wir betreuen nicht nur Kunden, die unsere IaaS- und PaaS-Dienste für ihr eigenes Unternehmen direkt nutzen, sondern auch Kunden wie Agenturen oder Systemhäuser, die den Service wiederum an ihre eigenen Kunden weitergeben. Sie benötigen eine mandantenfähige Cloud-Lösung, die sie im besten Fall auch unter ihrem eigenen Namen und Logo laufen lassen können, um so selbst als Dienstleister aufzutreten. Seit Anfang 2019 pilotieren wir zudem nun unsere Softwarelösung für den Betrieb in den Rechenzentren unserer Kunden. Das bedeutet also, wir haben den gridscale Technologie-Stack in weniger als fünf Jahren zu einem echten Rechenzentrums-Betriebssystem weiterentwickelt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Wenn ich zurückblicke, sehe ich die unvermeidlichen, kleinen Fehler als gewinnbringend und lehrreich. Große Fehler, die ich mit Bedauern betrachte, kann ich wiederum nicht verbuchen: Im Gründerteam verstehen wir uns immer noch unfassbar gut. Wir haben eine Unternehmenskultur geschaffen, auf die wir jeden Tag stolz sind, und Mitarbeiter, Freunde und Kollegen gewonnen, mit denen wir an gemeinsamen Zielen arbeiten. Die Wahl unserer Investoren hat sich als richtig erwiesen – wir arbeiten auf Augenhöhe mit einigen der erfahrensten Menschen aus der VC-Szene zusammen und bekommen unfassbar viel Zuspruch und Unterstützung aus unserem Umfeld.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Ich glaube die Kunst liegt darin, sehr proaktiv zu sein und vorausschauend zu handeln. Das klingt ein wenig wie eine Floskel, aber es ist einfach eines unserer Paradigmen, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen. So haben wir z.B. das gesamte Management von gridscale für drei Tage in einen Offsite Workshop von FranklinCovey Leadership zum Thema “The 7 Habits of Highly Effective People” geschickt. Mit unseren Coaches von FranklinCovey arbeiten wir sehr erfolgreich und vertrauensvoll zusammen, bekommen unfassbar wertvollen Input und Hilfestellungen, um eine Unternehmenskultur auf Basis der 7 Habits aufzubauen. Ein solch ganzheitliches Konzept ist essentiell dafür, in stressigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Im Vergleich zu meinen früheren Unternehmen mit durchaus sehr großen Organisationen ist mein Learning also genau das: Unternehmenskultur führt zu dem entscheidenden Unterschied.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Neben dem organischen Wachstum und den steigenden Umsätzen, haben wir den Vorteil, starke und erfahrene Investoren an unserer Seite zu haben. Neben dem HTGF haben sich Endeit Capital, EnBW New Ventures oder aber auch der EnjoyVenture mit dem BLSW Seed- und Wachstumsfonds an bisherigen Finanzierungsrunden beteiligt.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Innerhalb der nächsten zwölf Monate wollen wir unsere IaaS- und PaaS-Dienste weiter ausgebaut und entwickelt haben. Außerdem bereiten wir uns darauf vor, gridscale auch Kunden in weiteren Märkten anbieten zu können. Insbesondere nordische Länder bieten sich dafür an – aus vielerlei Gründen. Natürlich streben wir im kommenden Jahr weiteres Wachstum an, aber auf eine nachhaltige und effektive Weise, die unserer Kultur und unseren Vorstellungen entspricht. Und zu guter Letzt wird dann im zweiten Quartal nächstes Jahr der offizielle Vertrieb für unser reines Software-Produkt starten. Das wohl weltweit erste autonome Rechenzentrums-Betriebssystem.

Wir bedanken uns für das Interview.

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