Cynteract – ein Handschuh mit Fingerspitzengefühl

Hallo Gernot, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Cynteract kurz vor:

Wir sind im Kernteam zwei RWTH Studenten und haben uns damals zufällig im Hausflur kennengelernt. Manuel kümmert sich dabei um die Software und ich um die Hardware.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Gerne! Cynteract ist ein Startup, das darauf abzielt, die Rehabilitation unterhaltsamer und effizienter zu gestalten als bisherige Behandlungen.

Wir haben einen intelligenten Handschuh mit Sensoren entwickelt, den Patient:innen als Spielsteuerung in der Rehabilitation verwenden können.

Welches Problem wollt Ihr mit Cynteract lösen ?

Nach einer Handverletzung oder einem Schlaganfall sind Reha-Maßnahmen oft vor allem eines – ziemlich monoton. Dabei ist ein regelmäßiges Training essentiell für die Genesung. Mit »Cynteract« kann die Reha mit Computerspielen stattfinden. So kommt sogar richtig Spaß ins Training!

Wie ist die Idee zu Cynteract entstanden ?

Wir wurden von der Idee inspiriert, als ein Freund in jungen Jahren einen Schlaganfall erlitt. Während seiner Rehabilitation hatte er mit den langweiligen und zeitraubenden Übungen zu kämpfen.

Nach kurzer Zeit hörte er mit den Übungen auf, was zu einer Verschlechterung seiner Handfunktionen führte. Wir entschlossen uns eine Lösung zu finden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Cynteract erklären ?

Statt Gummibälle zu drücken trainiert unsere Patient:innen am Computer mit motivierenden Spielen.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Absolut! Zunächst waren wir auf „Virtual Reality“ fokussiert gewesen. Mit unserem Datenhandschuh ist es möglich seine eigenen Hände in der virtuellen Welt zu sehen und virtuelle Objekte zu fühlen. Durch Accelerator und Mentoren haben wir uns auf die Rehabilitation konzentriert und auch hier unser Produkt immer wieder an die Bedarfe angepasst.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Unser Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf der Hardware und einem Abonnement der Software. Die Hardware können wir bereits kostengünstig anbieten, sodass jeder Patient auch privat den Handschuh einsetzen kann. Um diese Kosten noch weiter zu senken arbeiten wir gerade an einer Aufnahme in Hilfsmittelverzeichnis. 

Wie genau hat sich Cynteract seit der Gründung entwickelt ?

Unser Startup verändert sich kontinuierlich und wir freuen uns über die immer neuen Herausforderungen und Wünsche von Kund:innen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Richtig schief gegangen ist glücklicherweise nichts allerdings gab es Hürden zu überwinden:

Ein Healthcare- oder Medtech-Startup zu gründen bedeutet, sich der großen Herausforderung der Zertifizierung zu stellen. Für ein Medizinprodukt müssen nämlich umfangreiche Risikoabschätzungen und Tests vorgenommen werden. Wir selbst haben keinen medizinischen Fachhintergrund, sodass uns zu Beginn gar nicht klar war, welche Standards es zu erfüllen gilt und wie man für ein elektronisches Produkt die Zulassung zu einem Medizinprodukt erhält. Leider sind selbst Beratungen zu den Regularien eines Medizinproduktes schwierig zu erhalten.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Wir haben gemeinsam mit Fachexpert:innen den Markt erkundet und Hilfestellungen zu Regularien bekommen. Dabei war es für uns von Vorteil, auf internationalen Messen und Veranstaltungen, wie der »MEDICA« oder »REHACARE« ausgestellt zu haben.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir haben tolle Partner und Mentoren an unserer Seite, die wir nicht missen wollen würden!

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Durch die Förderung bei »Jugend Forscht« konnten wir die ersten Schritte der Entwicklung realisieren. Uns ist es gelungen, große Unternehmen, darunter BOSCH, zu akquirieren, die uns finanziell bei der Herstellung und Weiterentwicklung unserer Prototypen unterstützt haben.

Zum Markt haben wir es durch weitere Investoren und Förderungen geschafft.

Leider sind noch keine größeren Förderungen im E-Health-Sektor vorhanden, dies wird sich aber hoffentlich noch ändern.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir arbeiten selbstverständlich bereits an den nächsten Entwicklungen und freuen uns zukünftig noch viele Menschen mit unseren Technologien unterstützen zu können!

Vielen Dank für das Interview.

Wir haben zu danken! Schaut doch gerne auf unserer Webseite vorbei: www.cynteract.com

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