TSORRO – Dein „Tinder“ für High-Level-Freelancer

Hallo Wolfgang, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei TSORRO kurz vor: 

Wir sind mit Paul, Martin und mir ein dreiköpfiges Gründerteam. Paul und Martin haben jahrelang als Geschäftsführer einen IT-Hub in Wuppertal geführt und bringen tiefgreifendes Know-how aus der Informatik und Systemtechnik mit. Ich selbst komme aus der Unternehmensberatung und war zuletzt als Geschäftsführer für Executive Consulting mit Schwerpunkten in der Automobilindustrie tätig. Unser Start-up-Team bei TSORRO besteht mittlerweile aus 15 Mitarbeitern, die in den Bereichen Coding, Design, PR, Marketing, Vertrieb und HR-Consulting aktiv sind.

Vielleicht möchtest Du uns, ganz zu Beginn, unseres Interviews Euer Startup TSORRO kurz vorstellen ?

TSORRO ist eine digitale B2B-Plattform und zweiseitiger Marktplatz für die Vermittlung freiberuflicher Experten, Interim Manager oder Industrieberater an Firmen jeglicher Form, die Bedarf an flexibler Projektunterstützung haben oder spezialisierte Manager für besondere Unternehmenssituationen suchen. Wir entwickeln Multi-Channel-Tools, um die besten Kandidaten aus den wichtigsten Experten-Pools, Portalen und Business-Netzwerken zu finden und bieten eine digitale Präsentations-Plattform, auf der sich Bewerber von allen Seiten sehr persönlich und fundiert vorstellen können, um Kunden eine extrem gute und effiziente Vorauswahl zu ermöglichen.

Welches Problem wollt Ihr mit TSORRO lösen ?

Unternehmen kommen immer wieder in Situationen, in denen für wichtige Projekte ein spezielles Know-how oder eine besondere Management-Expertise erforderlich ist, die sie mit den eigenen Ressourcen nicht abdecken können. 

Alle bekannten, größeren Freelancer-Portale richten sich aber nur an Experten aus den Bereichen IT und Multi-Media und wer in den Business-Netzwerken recherchiert, erkennt bei potentiellen Kandidaten nie, wer wirklich passt und gut ist. Daher beauftragen Unternehmen dann meist teure Vermittler, um Kandidaten zu suchen.

Mit TSORRO gibt es jetzt eine effektive Plattform, die den Unternehmen nicht nur die Suche nach Top-Experten abnimmt, sondern auch die Vorauswahl der besten Kandidaten übernimmt.

Wie ist die Idee zu TSORRO entstanden ?

Als Managing Partner einer Unternehmensberatung war ich jahrelang selbst auf der Kundenseite und habe oft erlebt, wie schwierig es ist, wenn man im laufenden Mandat plötzlich einen zusätzlichen Experten benötigt, den man nicht aus den eigenen Reihen zur Verfügung stellen kann. Mal auf die Schnelle den passenden Spezialisten zu finden, der nicht nur die geforderten Fähigkeiten besitzt, sondern dann auch noch von seiner ganzen Persönlichkeit ins Team und zum Kunden passt, ist eine extrem hohe Herausforderung.

Gezielte Recherchen auf den bekannten Business-Plattformen oder Freelancer-Portalen sind mühselig und oft einfach auch nicht hilfreich. Am Ende führt der Weg der Unternehmen dann meist zu Vermittlungsagenturen, die sich als sogenannte „Provider“ auf die Vermittlung von Interim Management spezialisiert haben. Deren Provisionen sind allerdings so hoch, dass man ziemlich schnell an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit gerät.

Aus diesem Grund haben wir über die Möglichkeit nachgedacht, wie eine digitale Plattform aussehen müsste, die eine schnelle Suche und optimale Auswahl ermöglicht. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist nun TSORRO mit seinem Business-Modell.   

Wie würdest Du Deiner Großmutter TSORRO erklären ?

Der Name TSORRO leitet sich vom Helden ZORRO und dem spanischen Wort für Fuchs ab. Wir sind also quasi der „schlaue Retter in der Not“, wenn ein Unternehmen dringend einen Berater oder Manager braucht, den es nicht so einfach zu finden gibt. 

Dafür entwickeln und nutzen wir auf der einen Seite intelligente Suchtechnologien, um die besten Kandidaten in allen wichtigen Netzwerken und Portalen zu finden und auf der anderen Seite haben wir eine innovative Methodik zur Kandidatenauswahl entwickelt, bei der sich die besten Kandidaten individuell und sehr persönlich wie bei einem „Casting“ den potentiellen Kunden vorstellen. Den gesamten Ablauf unterstützen wir dabei mit unseren automatisierten und digitalen Workflows.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir haben für unsere Suchen einen Multi-Channel zu den wichtigsten Business-Netzwerken und Portalen entwickelt und dabei bereits einen der größten Experten-Pools mit tausenden Interim Managern und Beratern aufgebaut, der stetig wächst. Das ist nicht nur für Unternehmen, sondern mittlerweile auch für Vermittlungsagenturen interessant, die selbst keinen großen Kandidaten-Pool haben. Für Kandidaten, die auch an Projekten der Vermittler interessiert sind, haben wir nun einen offenen Marktplatz in Planung, auf dem man sich mit eigens entwickelten „Personal BrandingProfilen“ offen präsentieren kann.   

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Unser Business Modell ist mehrteilig. Wir bieten eine offene Plattform mit „Self-Marketing-Templates“ an, damit unsere Experten sich sehr persönlich und von allen relevanten Seiten mit einem Management-Profil, Interviews, Referenzen und Vorstellungs-Videos präsentieren können. Dafür zahlen uns die Kandidaten eine monatliche Abo-Gebühr. 

Zum anderen vermitteln wir den Experten, die sich in unserem Pool registriert haben, interessante Projektanfragen und Interim-Management-Gesuche aus allen Unternehmensbereichen, auf die sie sich bei Interesse direkt bei Kunden bewerben können. Die Kunden finden dann schnell und kostenfrei die besten Kandidaten, ohne selbst suchen zu müssen. Nur bei einer letztlich erfolgreichen Vermittlung über unsere Plattform berechnen wir dann eine prozentuale Gebühr auf Basis des vereinbarten Tagessatzes und der jeweiligen Projektlaufzeit.  

Darüber hinaus entwickeln wir für verschiedene Branchen und Fachbereiche eigene Provider als Partner-Gesellschaften, um darüber neue Kunden zu akquirieren und persönlich betreuen zu lassen.  

Wie genau hat sich TSORRO seit der Gründung entwickelt ?

Wir haben unsere Ideen vor 2 Jahren entwickelt und sind dann mit TSORRO im Sommer 2018 in Wuppertal gestartet. Schon während des ersten Proof of Concepts, bei dem wir die ersten Systeme und unseren Kandidaten-Pool im Markt getestet haben, hatten wir schnell Vermittlungserfolge und konnten Umsätze generieren.

Im November 2019 hatten wir den offiziellen Start auf dem Kongress der Interim Manager. Wir investieren in den Aufbau unseres Teams aus SoftwareEntwicklern, Designern und HR-Spezialisten, um weitere Produkideen zu entwickeln. 

Aktuell testen wir z.B. ein MVP für eine TSORRO-App, die ähnlich wie „Tinder“ funktioniert. Da „flirten“ unsere Experten dann aber mit interessanten ProjektAngeboten und bewerben sich per „swipe right“. 

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

 Wir sind jetzt seit fast 20 Monaten im Markt aktiv, haben mittlerweile ein Team von 15 Mitarbeitern aufgebaut und sind dabei so erfolgreich, dass wir uns bisher „bootstrap“, also aus eigenen Mitteln finanzieren können.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Es geht immer etwas schief, wenn man etwas völlig Neues entwickelt und testen muss. Wir bekommen extrem positives Feedback, aber unsere Kunden sind auch sehr anspruchsvoll. Wenn doch mal ein Bug im System aufpoppt, stehen wir immer sofort im Fokus. 

Wir launchen mittlerweile fast im monatlichen Rhythmus neue Features und verbessern permanent unsere Tools und Systeme. Da gehen wir bewusst auch mal Risiken ein, um schnell etwas zu testen und nehmen in Kauf, dass nicht alles sofort zu 100% funktioniert. 

Was habt Ihr daraus gelernt ? 

Wir haben gelernt, dass es völlig ok ist, wenn man Fehler macht. Man darf sie halt nicht so oft machen und muss offen und transparent informieren. Eine ehrliche und gute Kommunikation mit Stakeholdern ist da extrem wichtig und hilft in allen Bereichen, um Vertrauen zu schaffen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wie gesagt, man kann nie alles richtig machen. Aber wir sind sehr von unserem Konzept überzeugt. Die aktuelle Konzentration auf den Aufbau eines völlig offenen Marktplatzes für unsere Kandidaten und unsere Supportfunktionen als Kombination von digitalen Tools und einer persönlichen Betreuung scheint genau die richtige Mischung zu sein und wird sehr geschätzt. 

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir sind bereits seit dem ersten Tag mit positiven Ergebnissen unterwegs, weil wir schnell erste Kunden und erfolgreiche Vermittlungen hatten. Bisher haben wir alles aus dem eigenen Cash-Flow finanzieren können. Seit November investieren wir jetzt progressiv in das Team und die weitere Entwicklung von neuen Systemen und innovativen Tools.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir haben uns Anfang des Jahres an der Gründung von zwei neuen InterimProvidern als Partnergesellschaften in Österreich beteiligt, um darüber weitere Unternehmen aus der Automobilindustrie als Kunden zu gewinnen. 

Mit der Corona-Krise haben wir aber nun einen starken Einbruch in unserem Geschäft und konzentrieren uns daher vorrangig auf eine schnellere Entwicklung des Kandidaten-Marktplatzes mit dem geplanten Abo-Modell. 

Vielen Dank für das Interview.

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