Scanbot – macht aus Deinem Smartphone einen Scanner

Hallo Christoph, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Scanbot kurz vor:

Hi, ich bin Christoph und seit 5 Jahren der CEO von Scanbot. Unser Firmensitz ist am Bonner Bogen, wo wir eines der schönsten Büros in Bonn haben. Das Team ist zwar noch recht klein, aber wir haben hervorragende Experten in jedem Bereich und sind wie eine Familie.

Vielleicht möchtest Du uns ganz zu Beginn unseres Interview Dein Startup Scanbot kurz vorstellen ?

Scanbot ist ein erfolgreiches und schnell wachsendes Bonner SaaS-Startup mit Wurzeln in der App Entwicklung. Wir bieten Unternehmen die Möglichkeit alle Arten von Dokumenten mit ihren eigenen Apps zu scannen und die enthaltenen Daten vollautomatisch zu extrahieren.

Welches Problem wollt Ihr mit Scanbot lösen ?

Die Welt ist voller Daten, die allerdings oft nicht für die Weiterverarbeitung auf Computern genutzt werden können. Mit unserem Produkt, dem Scanbot SDK, ermöglichen wir es Unternehmen schnell und einfach Scanning- und Datenextrahierungsfunktionalitäten in ihre App zu integrieren.

Wie ist die Idee zu Scanbot entstanden ?

Das geschah ganz Startup-typisch in mehreren Pivots. Wir wollten erst das Management von Dokumenten weltweit verändern, aber es gab noch keinen Fokus auf ein einzelnes Problem. Das kristallisierte sich dann durch das positive Feedback und starke Nutzung unser Scanfunktionen heraus. Heute ist daraus ein komplettes B2B Produkt geworden, welches von mehr als zweihundert Unternehmen weltweit verwendet wird.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Scanbot erklären ?

Scanbot ist für unsere Unternehmenskunden wie ein Postbote. Mit dem Unterschied, dass die Zustellung nur wenige Sekunden dauert. Und, dass das Unternehmen schon den Inhalt kennt und das Dokument automatisch bearbeiten kann.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Absolut. Wir waren allerdings von Anfang an auf dem richtigen Weg und haben uns immer nur auf die erfolgreichen Komponenten fokussiert. Zwischenzeitlich gab es auch mal eine Anfrage von einem sehr großen Smartphone-Hersteller ob wir nicht etwas mit Fotos und Videos machen könnten, aber da sind wir uns treu geblieben und haben die Vision nicht aus den Augen verloren.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir lizenzieren das Produkt an Unternehmen. Die Nutzung unserer Produkte erfordert eine jährliche Lizenzgebühr ähnlich wie bei puren SaaS-Lösungen.

Wie genau hat sich Scanbot seit der Gründung entwickelt ?

Scanbot wurde 2011 gegründet, um das Management von Dokumenten mit High Tech zu disrupten. Wir haben dazu eine Cloud, eine revolutionäre Suche, die automatische Klassifizierung von Dokumenten und Apps für alle erdenklichen Betriebssysteme entwickelt. Es war eine großartige Zeit, um viel zu lernen.

2014 verschärften wir den Fokus auf das Scannen von Dokumenten und veröffentlichte die Scanbot App für iOS und Android. Die App wurde weltweit millionenfach genutzt und von Apple und Google mit Auszeichnungen überhäuft.

2020 haben wir unsere B2C Apps verkauft, um dem stark wachsenden Geschäft mit dem Scanbot SDK gerecht zu werden.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen?

Wir beschäftigen inzwischen 32 Mitarbeiter und erzielen einen siebenstelligen Jahresumsatz. Der Begriff Startup trifft also schon fast nicht mehr zu.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Am Anfang hatten wir zwar viel Erfahrung bei der App Entwicklung und gute Kontakte zu Apple und Google, aber keine ausreichende Idee von den passenden Lösungen für den gewählten Markt. Und mit zunehmender Komplexität der Lösung wird es immer schwieriger die Altlasten mitzutragen. Im Nachhinein hätte man vielleicht agiler Umschwenken und schneller Ideen verwerfen müssen, die nicht funktionieren.

Eine der größten Enttäuschungen war sicher unsere Fotoscanner App, die auf Grund eines Bugs zum großen Launch mit viel Promo beim Start einfach gecrasht ist. Das ist uns noch lange nachgehangen… Viele Dinge sind passiert, aber letztendlich hat alles dazu geführt wo wir heute stehen.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Es ist gar nicht so einfach den berühmten Produkt-Markt-Fit zu finden. Sei immer vorsichtig mit Feedback von einzelnen Personen. Man verliert schnell den Fokus für die Masse und rutscht in eine Nischenlösung ab. Und finde schnell deine eigentliche Stärke. Das Scannen war am Anfang nur ein kleiner Teil unserer Lösung, jetzt ist es die Basis für ein erfolgreiches Unternehmen mit weltweiten renommierten Kunden geworden. Das hätten wir am Anfang nicht für möglich gehalten.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Ich glaube es gibt keinen Bereich, in dem wir alles richtig gemacht haben. Was allerdings wichtig war und ist: wir sind mit der Zeit deutlich besser darin geworden schnell aus unseren Fehlern und fehlgeschlagenen Experimenten zu lernen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Initial waren wir Venture Capital finanziert, u.a. durch e42 Ventures (ein Investmentvehikel von Frank Thelen), Target Partners und DME Invest. Seit längerem finanzieren wir uns nun aus dem von uns generierten Cashflow.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir werden das Produkt stetig weiterentwickeln, um noch mehr Wert für unsere Kunden zu schaffen. Außerdem werden wir das Team auf sehr vielen Positionen verstärken (https://scanbot.io/jobs).

Vielen Dank für das Interview.

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