aedifion startet in die Zukunft der Gebäudeautomation

Hallo Johannes und Felix, vielen Dank, dass Ihr euch die Zeit für ein Interview mit uns nehmt! Bitte stellt uns zu Beginn Euch und Euer Team bei aedifion:

Gerne, wir sind Johannes Fütterer und Felix Dorner von aedifion. Unser Unternehmen haben wir zusammen mit unseren Co-Gründern Erik und Henrik 2017 gegründet. Inzwischen sind wir zu einem starken interdisziplinären Team aus Programmierern, Entwicklern, Ingenieuren, Vertrieblern und vielen anderen Fachkräften gewachsen. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern führen wir Bestandsgebäude und Neubauten ins digitale Zeitalter und machen Smart Buildings möglich.

Vielleicht möchtet Ihr Euer PropTech, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Gegründet haben wir aedifion als Spin-off der RWTH Aachen. Inzwischen sind wir mit unseren Büros nach Köln – der schönsten Stadt am Rhein 😉 – umgezogen. Durch unseren wissenschaftlichen Hintergrund hatten wir von Beginn an die beste Basis, um theoretisch fundiert und trotzdem praxisnah durchstarten zu können.

Wir haben mit aedifion eine Cloud-Plattform entwickelt, die sämtliche Gewerke im Bestand und im Neubau vernetzt, um Gebäude einfacher zu betreiben, datenbasiert zu optimieren und fortschrittlich zu regeln. Kurzum: Eine Cloud-Lösung für effizienteren Gebäudebetrieb.

Welches Problem wollt Ihr mit aedifion lösen ?

aedifion macht Smart Buildings möglich. Das erreichen wir, indem wir mit Hilfe unserer Cloud-Plattform smarte Einzellösungen im Gebäude zusammenführen, den Gebäudebetrieb mit künstlicher Intelligenz automatisiert verbessern und die Immobilie damit nachhaltiger, effizienter und komfortabler machen. Damit das möglich wird, können wir ganz bequem Plug-and-Play per Edge Device für die notwendige Datenverfügbarkeit sorgen. Alle wichtigen Datensätze werden dann in unserem webbasierten Frontend dargestellt, können ausgewertet und verglichen werden. Dabei ist es uns wichtig, dass wir schnittstellenoffen und herstellerunabhängig sind. Ein Vendor Lock-In im Gebäude wird damit vermieden und die Betreiber können die Gebäudetechnik ganz anhand ihrer individuellen Anforderungen zusammenstellen und sind nicht an einen Hersteller gebunden. Durch unsere offene Schnittstelle können sich sämtliche Anbieter ganz einfach andocken.

Wie ist die Idee zu aedifion entstanden ?

Wir haben aedifion mit Hilfe des EXIST Forschungstransfers aus einem Forschungsprojekt an der RWTH Aachen heraus gegründet. Johannes hatte bereits über zehn Jahre lang in diesem Bereich geforscht und hieraus ist die Idee für die Überführung in ein Unternehmen entstanden. Mit unserem Gründerteam waren wir sehr disziplinär aufgestellt, sodass wir verhältnismäßig schnell ein marktreifes Produkt am Start hatten. Mit Unterstützung des EXIST Forschungstransfers konnten wir dann unmittelbar nach unserem umfänglichen Antrag und Businessplan durchstarten.

Wie würdest Ihr aedifion Eurer Großmutter erklären ?

Wir machen Gebäude besser, indem wir digital neue Funktionen hinzufügen und bestehende Funktionen ergänzen und optimieren.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Das Grundkonzept ist dasselbe wie zu Beginn. Wir haben gemerkt, dass wir im Markt mit der Digitalisierung von Neubau und Bestand einen Nerv treffen. Unser Konzept baut dabei auf fünf Grundpfeilern: Domänenwissen in Kombination aus den Bereichen IT- und Ingenieurswissen, Herstellerneutralität dank offener Schnittstellen, der Einsatz künstliche Intelligenz, Datensicherheit durch Security-by-Design und Einfachheit in der Installation, der Bedienung und dem Abrechnungsmodell.

Wir haben unser Angebot aber mit der Zeit erweitert und um zwei zusätzlichen Add- ergänzt. Mit der Zusatzoption .analytics können wir mit unserer Cloud-Plattform nicht nur für die notwendige Konnektivität und Datenverfügbarkeit sorgen, sondern diese große Datenmengen auch mit Hilfe künstlicher Intelligenz automatisiert auswerten, sowie daraus resultierende Optimierungsempfehlungen generieren. Und nicht zuletzt erlaubt das Add-on .controls die fortschrittliche Steuerung und Regelung der Anlagen direkt aus der Cloud heraus. Außerdem bieten wir bei Bedarf auch spezielle Support-Pakete an.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir bieten unsere Leistungen als Software-as-a-Service an. Wir möchten mit aedifion den Gebäudebetrieb für die Betreiber so transparent, effizient und nachhaltig aber auch so einfach wie möglich machen. Deshalb ist unsere Lösung darauf ausgelegt, dass wir als zentrale Cloud-Plattform sämtliche Gewerke im Gebäude bedienen und dadurch die unterschiedlichsten Use Cases abbilden können. Dabei funktioniert unser Geschäftsmodell ganz einfach: Unsere Kunden erhalten unser Edge Device vorkonfiguriert per Post zugeschickt. Die Installation erfolgt ganz einfach Plug-and-Play und innerhalb kürzester Zeit stehen sämtliche Gebäudedaten zur Verfügung. Durch dieses einfache Vorgehen sind wir hochflexibel in unseren Leistungen und Add-ons können jederzeit hinzugebucht oder abgewählt werden.

 Dabei sind uns vier Punkte besonders wichtig.

  • Wir sind schnittstellenoffen, sodass sich andere Systeme, Daten und Anwendungen unkompliziert integrieren lassen.
  • Wir sind herstellerunabhängig und umgehen damit einem Vendor Lock-In. Egal von welchem Hersteller die Technische Gebäudeausrüstung ist, wir können alle Anbieter integrieren.
  • Wir sind realistisch und bieten unseren Kunden nur genau das an, was sie benötigen und was individuell machbar ist. Wir grenzen uns damit von leeren Versprechungen konsequent ab.
  • Wir schaffen mit umfangreichen technischen Datenmengen Transparenz über die Technische Gebäudeausrüstung und führen proprietäre Systeme zusammen.

Wie genau hat sich aedifion seit der Gründung entwickelt ? Wie groß ist Euer PropTech inzwischen ?

Wir sind als Viererkette gestartet und haben uns in den vergangenen Jahren personell und professionell stark weiterentwickelt. Inzwischen arbeitet ein Team von knapp 30 Mitarbeitern daran unsere Lösungen fortlaufend zu verbessern, mehr Funktionen zu ermöglichen und einen umfangreichen Support für unsere Kunden zu bieten. Dadurch haben wir es geschafft uns bei zahlreichen Ausschreibungen gegen etablierte Unternehmen durchzusetzen und blicken seither auf einen Kundenstamm, der sich von Mittelständlern bis zu großen Konzernen erstreckt. Von dieser Weiterentwicklung und dem Wachstum bei aedifion profitieren vor allem unsere Kunden, denn unser Team ist zuverlässig, wissbegierig und technikbegeistert und sagt klar, was möglich ist und was nicht. Diesen Enthusiasmus für die Sache an sich spüren unsere Kunden.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen und was habt ihr daraus gelernt ?

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Zu Beginn war sicherlich eine der größten Hürden, die wissenschaftliche Arbeitsweise aus der Forschung abzulegen. Wir mussten pragmatischer vorgehen und wirtschaftlicher denken. Wir haben vor allem in unserer Anfangszeit viel ausprobiert, dazugelernt und aus jedem Fehler heraus etwas verbessern können. Mit einer so offenen Herangehensweise gab es Rückschläge vor allem, wenn wir eine Ausschreibung verloren haben. Wir haben uns dann Feedback eingeholt, um beim nächsten Mal noch besser zu werden. 

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Unsere Vorgehensweise, unser Geschäftsmodell und unser Erfolg in zahlreichen Ausschreibungen gibt uns recht auf unserem Weg, den wir weiter verfolgen werden. Aber vor allem auch ein starkes Team im Hintergrund ist dafür verantwortlich, dass wir heute schon dort stehen, wo wir sind. Wir haben noch viel vor und freuen uns, auf alles, was noch kommt.

Wie ist Euer PropTech finanziert ?

Unsere nächsten Schritte haben wir durch den EXIST Forschungstransfer, sowie erfahrene Branchengrößen gehen können, welche als Business-Angels mit an Bord gekommen sind. Später haben wir dann mit Bitstone Capital und PHOENIX Contact zwei starke Partner gefunden, die sich gezielt auf digitale Real Estate-Geschäftsmodelle und Smart Buildings fokussiert haben. 

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Das Digitalisierungspotenzial ist groß in der Immobilienbranche. Und wir sind mit unserer Cloud-Plattform ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung. Wer also als Gebäudebetreiber langfristig nachhaltige und effiziente Gebäude betreiben möchte, muss auf einen digitalen Data Hub setzen. Deshalb ist es unser großes Ziel, die aedifion Cloud-Plattform zu einem Standardgewerk in Smart Buildings werden zu lassen. Jedes Neubauprojekt und jedes Bestandsgebäude, das den Anspruch erhebt, smart, effizient und nachhaltig zu sein, braucht unsere Plattform als Basis. Und das werden wir der Branche weiterhin klarmachen.

Vielen Dank für das Interview.

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