Lookslike Avido – macht kreatives Potential sichtbar und gibt Menschen Mut, sich selbst zu vertrauen und zu verwirklichen

Copyright: Rachel Creed

Hallo Ruven, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Lookslike Avido kurz vor:

Hi und klar, mache ich gerne. Mein Name ist Ruven. Ich bin Kommunikationsberater, Potentialentwickler – und jetzt im Modevertrieb selbstständig mit einer großartigen Geschichte. Ich durfte zwei Jahre auf dem afrikanischen Kontinent verbringen und bin ein großer Fan der kreativen Energie, die ich dort an unterschiedlichsten Orten entdeckt habe. 2018 habe ich in einem der heftigsten Viertel Nairobis einen jungen Schneider und Designer kennen gelernt. Sein Name ist Avido. Er hat mir gezeigt, welches Potential in seinem Viertel steckt. Mit damals 23 Jahren hatte er gerade sein Label Lookslike Avido gegründet und bereits einige internationale Künstler*innen mit seiner Arbeit begeistert. Seine Message: Create Beauty, where nobody expects. Ich war begeistert von der Botschaft, denn sie hat etwas ungemein verbindendes. Du kannst sie für Dich interpretieren und sie genauso als Brille nutzen, um Schönheit in der Welt zu entdecken. Für mich war klar: Seine Geschichte muss in Europa Gehör finden. Ein Jahr später haben wir die Berlin Fashion Week besucht und die Vogue hat über Avido berichtet.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Lookslike Avido – das ist handcrafted Fashion from Kibra, Nairobi. Avido schafft Mode an einem einzigartigen Ort in Kenia, der Heimat und Inspirationsquelle für viele ist. Mit afrikanischen Printmustern gibt er Liebhaber*innen in Europa die Möglichkeit, sich selbst ein ganz eigenes Stück zusammenzustellen und damit selbstbewusst zu strahlen. Gleichzeitig schaffen wir so Chancen für Handwerker*innen und Kreative, in dem wir so lokal wie möglich produzieren. Gerade haben wir T-Shirts aus 100% biologisch in Arusha angebauter Baumwolle gelauncht. Schnappt Euch eins!

Copyright: Vaiva Hawkins

Welches Problem wollt Ihr mit Lookslike Avido lösen ?

Wir machen kreatives Potential sichtbar und geben Menschen Mut, sich selbst zu vertrauen und zu verwirklichen. Avido sagt es so: There is no barrier, if you believe in yourself and take the next step.

Wie ist die Idee zu Lookslike Avido entstanden ?

Wir haben uns auf einem Konzert des deutsch-nigerianischen Rappers Megaloh in Nairobi kennen gelernt. Avido hat dort seine Stücke angeboten. Am Ende des Konzertes hat Megaloh eines getragen, wir sind ins Gespräch gekommen und haben uns dazu entschieden, die Energie zu nutzen.

Copyright: Eric Greven

Wie würdest Du Deiner Großmutter Lookslike Avido erklären ?

Weißt Du Oma, wir machen einzigartige Mode, die nicht in großen Fabrikhallen gefertigt wird, sondern mit Liebe und fairem Anteil für alle, die an der Entstehung beteiligt sind. Und übrigens sind die Sachen noch bunter als die krassesten 70er-Jahre Looks.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Definitiv! Wir haben gemerkt, dass unsere Leute es wertschätzen, wenn sie selbst an dem Produkt mit basteln können. So entstand die Idee zu unseren Custom-Bomberjacken. Bis heute unser am Meisten verkauftes Produkt! Dafür nehmen die Leute es auch in Kauf, ein paar Wochen bis zur Lieferung zu warten.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir produzieren und vermarkten Mode mit einer starken und glaubwürdigen Botschaft. Diese Botschaft rufen wir bei jeder Gelegenheit raus und setzen auf nachhaltige Klasse statt Masse. Leute, die in ein Avido-Stück investieren, nehmen wir auf der Reise mit.

Wie genau hat sich Lookslike Avido seit der Gründung entwickelt ?

Zuerst haben wir einzelne Stücke entwickelt und sie im Gespräch mit Leuten in Deutschland präsentiert. Mit dem Feedback haben wir die nächsten Schritte gemacht. Ein echter Game-Changer war die Fashion Week in Berlin. Seitdem wissen wir, was möglich ist und haben uns professionell mit internationaler Logistik aufgestellt.

Dabei bleibt Avido geerdet. Sein Hauptgeschäft macht er nach wie vor in Nairobi und er hat nicht vor, dort wegzugehen.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir vertreiben in die USA, Europa und vor allem lokal in Nairobi. Wir arbeiten zu viert an dem Projekt und beschäftigen zehn Schneider*innen nach Auftrag. Ziel ist, so bald wie möglich feste Jobs zu schaffen. Unser Wachstum wird ein ruhiges und stetiges bleiben. Wir machen in Produktion und Vertrieb einen Schritt nach dem anderen, denn wir wollen etwas bleibendes hinterlassen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Natürlich haben wir uns nach Berlin ein schnelles Wachstum vorgestellt. Damals haben wir uns etwas verhoben – wir mussten unser Tempo finden.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Einen Schritt nach dem anderen – das ist wichtig. Wir wollen ein solides Unternehmen aufbauen und Menschen inspirieren.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Dabei zu bleiben und sich immer wieder zusammenraufen. Es lohnt sich.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir haben etwas Kapital für unsere ersten Projekte eingesetzt und wachsen seitdem organisch.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir wollen erste Partnerschaften mit dem Einzelhandel schmieden und unseren Online-Vertrieb ausbauen. In Nairobi bauen wir dafür unser Atelier aus.

Vielen Dank für das Interview.

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