Kauz – erstellt hochwertige Chatbot einfach und unkompliziert

Hallo Thomas Rüdel, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Kauz kurz vor:

Ich bin der Gründer von Kauz. Früher war ich Statistiker und Unternehmensberater, heute bin ich leidenschaftlicher Entwickler. Kauz entwickelt hochwertige Chatbots, die sich schnell und einfach erstellen und im Kunden- und Mitarbeiterservice einsetzen lassen. Unser Team besteht aus mehr als 20 hochmotivierten Entwicklern und natürlich haben wir auch Leute mit Begeisterung für Marketing, Vertrieb und Finanzen. Unser Office ist in Düsseldorf Bilk.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup kurz vorstellen ?

Kauz entwickelt Chatbots auf linguistischer Basis. Mit der hochwertigen NLU-Engine und der einzigartigen Chat-&-Search Technologie von Kauz gelingt es, Kunden und Mitarbeitern einen besseren und jederzeit erreichbaren Service zu bieten.

Welches Problem wollt Ihr mit Kauz Linguistic Technologies lösen ?

Wir lösen mit unseren Chatbots Probleme im Kunden- und Mitarbeiterservice. In vielen Unternehmen gibt es Engpässe, weil die Serviceabteilungen überlastet sind. Callcenter im Kundenservice haben zu viele Anfragen, so dass Kunden lange in Warteschlangen warten und unangenehme Erlebnisse im Internet teilen, was zu Reputationsverlusten führt.

Mitarbeiter im Unternehmen oder auch neue Mitarbeiter im Onboarding Prozess stellen viele Fragen (Wie beanspruche ich Urlaub? Wie mache ich die Reiseabrechnung?), die viele Ressourcen beanspruchen.

Das Problem ist, Service-Mitarbeiter sind nur begrenzt verfügbar. Ein Chatbot arbeitet rund um die Uhr – ohne Pause, auch am Wochenende. Zudem hat sich das Kundenverhalten geändert. Viele Menschen bevorzugen Chat oder Messaging statt Telefon.

Wie ist die Idee zu Kauz entstanden ?

Ich fand die Herausforderung, menschliche Kommunikation maschinell nachzubilden, schon immer faszinierend. Aber die Chatbots oder virtuellen Assistenten, die vor 5 Jahren am Markt eingesetzt wurden, waren ganz überwiegend einfach enttäuschend. Ich dachte, das muss besser gehen. Heute weiß ich, dass es tatsächlich besser geht, aber ich muss auch zugeben, dass die Erfahrung Demut lehrt. Menschen machen so unglaublich viele Fehler, fast jedes Wort ist mehrdeutig und viele Bezüge kann man nur aus dem Kontext erkennen, trotzdem verstehen wir fast immer, was der andere meint. Wirklich erstaunlich.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Kauz erklären ?

Wir machen lustige kleine Comicfiguren, mit denen man sich unterhalten kann. Dann braucht man nicht anzurufen und in der Warteschlange zu hängen, sondern löst sein Problem gleich auf der Webseite.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Am Anfang wollten wir noch die Nutzer erziehen, richtiges Deutsch zu schreiben. Aber uns wurde schnell klar, dass das ziemlich hoffnungslos ist. Deshalb investieren wir viel darin, Rechtschreib- und Grammatikfehler zu korrigieren oder zu verzeihen.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir entwickeln den Chatbot zusammen mit dem Kunden und bieten anschließend eine stetige Verbesserung an. Zudem haben wir ein Partner-Modell: Die Telekom, Contentprovider für Sparkassen oder Volksbanken, oder IT-Unternehmen, die ihren Kunden hochwertige Chatbots anbieten möchten.

Wie hat sich Kauz seit der Gründung entwickelt: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir haben 2017 unsere ersten Umsätze gemacht und diese in den Folgejahren jeweils mehr als verdoppelt. Mittlerweile haben wir fast 30 Mitarbeiter. Und was uns natürlich am meisten freut: unsere Chatbots werden bei weit über 100 Kunden eingesetzt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Unsere Chatbots haben eine ganze Menge eingebaute Intelligenz, aber es kann vorkommen, dass die auch mal nach hinten losgeht. Dann fragt ein Nutzer z.B.: „Hast du einen Mann?“ Und der Chatbot (mit dem Avatar einer jungen Dame) antwortet: „Ich habe fünf Männer:“ … und listet die Namen der Vorstände auf. Oder der Nutzer fragt: „Ich suche eine günstige Versicherung“. Und der Chatbot antwortet: „Kann eine Versicherung denn günstig sein?“ Ich bin dann sehr dankbar, wenn der Kunde ein bisschen Humor mitbringt. Aber das muss man dann natürlich ganz schnell abstellen.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Einerseits sagen Interessenten oft, dass sie selbstlernende Chatbots wollen. Aber das ist überhaupt nicht realistisch, außer in ganz trivialen Fällen. Ein Chatbot kann nicht beurteilen, was richtig und falsch oder was „angemessen“ ist. Deshalb muss man sich darauf konzentrieren, dass er die Nutzerfragen gut versteht und dann so genau wie möglich antwortet. Lernen lassen sollte man ihn lieber im Hintergrund.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Unsere Entscheidung „Linguistik statt Statistik“ war goldrichtig. Unsere Chatbots beantworten deutlich mehr Fragen als solche, die mit Machine-Learning-Verfahren (das ist im Grunde Statistik) trainiert werden.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir haben erfahrene Business Angels als Investoren, die auch unseren Beirat bilden.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Unsere Chatbots sollen immer mehr verstehen und es soll Spaß machen, mit ihnen zu sprechen. Das ist unser Hauptziel. Darüber hinaus ist unsere Strategie, es für unsere Kunden und Partner immer einfacher zu machen, ihren Chatbot weiterzuentwickeln und zu verändern. Damit streben wir an, dass auch andere Chatbothersteller unsere Plattform nutzen.

Vielen Dank für das Interview!

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