FairBeans – direkter Handel von Rohkaffeebohnen aus Peru

Hallo Ihr Beiden (Ellena Stumpf de Quiroz & Juan Quiroz), vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei der FairBeans kurz vor:

Als FairBeans vertreten wir Kaffeelandwirte aus Villa Rica, Peru, hier in Deutschland. Wir dienen als Brücke zwischen zwei Ländern, Peru und Deutschland. Persönlich verkörpern wir genau diese Verbindung, Juan ist Peruaner und ich bin hier groß geworden.

Welches Problem wollt Ihr mit FairBeans lösen ?

FairBeans soll Konsumenten von Kaffee zum Denken anregen. Das Einkaufsverhalten von Rohkaffee ist in letzter Zeit sehr industriell geworden. Röstereien erwerben Rohkaffee beim Großhändler, der sich oft über die Lebens- oder Anbaubedingungen im Ursprungsland nicht auskennt. Eine Lieferkette vergisst oft die Hersteller eines Produktes, besonders im Lebensmittelbereich. Jedoch ist jedes Glied in der Kette wichtig. FairBeans verbindet Landwirte mit Röstereien, um die direkte Verbindung zum Ursprung sicherzustellen.

Wie ist die Idee zu FairBeans entstanden ?

FairBeans entstand über einen längeren Zeitraum, doch der Startschuss fiel bei unserem letzten Besuch in Peru, nach vielen Treffen und Unterhaltungen mit Landwirten. Die Notwendigkeit die Kaffeelandwirte in Deutschland zu vertreten wurde konkret. Wenn sich jetzt nichts ändert, wann dann?

Wie würdest Du FairBeans Deiner Großmutter FairBeans erklären ?

Auch meine Großmutter trinkt gern Kaffee. J Dass die rohen Kaffeebohnen hier in Deutschland geröstet werden, ist allerdings nicht so bekannt. Seit meinem 19. Lebensjahr bin ich unterwegs. Ich lernte Juan kennen, wir studierten in den USA und gingen anschließend für eine Zeit nach Peru. Meine Großmutter verfolgte all diese Schritte meines Lebens. Jetzt würde ich meiner Großmutter sagen, dass wir mit peruanischen Landwirten zusammenarbeiten und deren Rohkaffee nach Deutschland bringen, um diesen an Röstereien hier zu vertreiben. Sie würde sich freuen.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Seit dem Start unserer Unternehmung haben wir viel gelernt und gesehen. Unsere Anfangsrichtung hat sich seitdem noch verstärkt.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

FairBeans kümmert sich um die gesamte Abwicklung, wie die Qualitätskontrolle in Peru, die Verarbeitung, Verschiffung, den Export, den Import und den Vertrieb in Deutschland. Wir verbringen viel Zeit in Peru, zum Import und Verkauf sind wir in Deutschland.

Wie genau hat sich FairBeans seit der Gründung entwickelt ?

FairBeans ist buchstäblich von der Theorie zur Praxis übergegangen. Als unser erster Container Rohkaffee ankam, war die Idee real und man kommt schnell auf den Boden der Tatsachen.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir sind zu zweit. Das wird auch erstmal so bleiben.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schiefgegangen?

Eigentlich haben wir (Gott sei Dank) nicht zu viele Fehler gemacht. Eine Schwierigkeit, die wir bei der Gründung hatten, war die Beantragung eines Kredites bei der Bank. Wir hatten erwartet, dass wir schneller an einen Kredit kommen. Im Endeffekt haben wir keinen Kredit bei der Bank aufgenommen, weil es so lange gedauert hat, da die Ernte bereits bezahlt werden musste. Zum Glück steht unsere Familie hinter uns und wir haben das Gründerstipendium NRW bekommen, sonst wäre alles viel zu knapp gewesen.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Wir haben gelernt, dass wir für einen Kredit mind. 6 Monate einplanen müssen, wenn wir einen beantragen möchten.

Und wo habt Ihr bisher alles richtiggemacht? Wir haben die richtige Branche gefunden. Wir lieben die Zusammenarbeit mit unseren Landwirten, sind gleichzeitig sehr dankbar und freuen uns, dass wir schon viele tolle Kunden haben, die uns vertrauen und an unserer Unternehmung teilhaben wollen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Unsere Familie steht komplett hinter unserem Unternehmen. So konnten wir auch mit ihrer finanziellen Unterstützung rechnen. Für unseren Unterhalt hatten wir das Glück das Gründerstipendium NRW verliehen bekommen zu haben.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

In den nächsten Monaten möchten wir mehr Kaffeeröstereien erreichen, die die gleichen Werte wie wir vertreten. Bisher haben wir rund 150 Röster besucht, doch wir möchten bis Ende dieses Jahres rund 500 besucht haben. Denn wenn wir mehr Unterstützer unserer Unternehmung hier in Deutschland finden, haben wir die Möglichkeit eine größere Menge Rohkaffee zu importieren. Das hieße unsere Landwirte bekommen einen größeren Absatzmarkt und im Umkehrschluss mehr Einnahmen um ihren Lebensunterhalt und den ihrer Kinder zu sichern.  

Vielen Dank für das Interview.

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